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Die St. Johanniskirche
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15 km vom Stadtzentrum der Landeshauptstadt
Magdeburg entfernt, liegt in südlicher Richtung die Stadt
Schönebeck mit dem Ortsteil Bad Salzelmen. Reisende,
die von der A14 (Magdeburg - Dresden) kommen, sehen schon
von weitem den Ort in der Elbniederung liegen, überragt
von den leuchtenden Türmen der St. Johanniskirche.
Groß Salze, heute als Bad Salzelmen ein
Teil der Stadt Schönebeck, war im zu Ende gehenden Mittelalter
eine reiche Stadt. Ihre Einwohner lebten von der Salzgewinnung
und dem Salzhandel. Die Pfänner - so nannten sich die
Besitzer der Salzpfannen in den Siedehäusern - waren
sehr wohlhabend und einflussreich.
Anfang des 15. Jahrhunderts beschlossen sie,
eine Kirche bauen zu lassen. Am 29. August 1430 erfolgte die
Grundsteinlegung auf der Westseite, um sich mit den Türmen
eine Zufluchtsstätte im Kriegs- und Katastrophenfall
zu schaffen. Länger als ein Jahrhundert ist an der Kirche
gebaut worden.
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| Türme sollten
doppelt so hoch werden |
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Eine Chronik berichtet, dass die Türme
doppelt so hoch werden sollten, höher als die des Magdeburger
Doms. Aber der Erzbischof aus Magdeburg soll sein Veto eingelegt
haben. Die Türme dürften höchstens halb so
hoch werden, wie die der Bischofskathedrale. So blieben sie
auch lange unvollendet und erst später setzte man um
1550 die Renaissancespitzen auf.
Die Türme erhielten so eine Höhe von
ca. 50 m. In den Pyramiden befinden sich z.T. sehr gut erhaltene
Räume der ehemaligen Türmerwohnung. Dort wurde inzwischen
ein kleines Turmmuseum eingerichtet. Im Sommerhalbjahr finden
regelmäßig Turmbesteigungen statt.
Die Vorhalle mit dem Eingang besitzt einen sehr
schönen Staffelgiebel in Backsteingotik, sonst nur im
Norden üblich. Heiligenfiguren und Ornamente bestimmen
sein Aussehen. Besonders wertvoll ist über dem Eingangsportal
das Kreuzigungsrelief mit seinem großen Symbolgehalt.
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| Brand zerstörte
Inneneinrichtung |
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1635, mitten in der schlimmen Zeit des 30 jährigen
Krieges, zerstörte ein Brand sehr viel von der ursprünglichen
Inneneinrichtung. Erhalten geblieben sind bis heute die beiden
kleinen Schüleremporen und das wertvolle Altarkruzifix
von 1550. Der Brand griff auch auf das Dach und die Türme
über, sodass sogar die Glocken herunter stürzten.
Eine Neugestaltung des Kirchenraumes wurde zwingend
notwendig, weil auch das schöne Stern- und Netzgewölbe
des Architekten Binder teilweise durch das Feuer zerstört
worden war. Sie erfolgte in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.
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| Die reiche Innenausstattung der
spätgotischen Hallenkirche im kunstvollem Stil der Renaissance
und des Barock aus dem 17. Jahrhundert versetzt jeden Besucher
in großes Erstaunen und gibt der Kirche eine kultur- und
kunsthistorische Einmaligkeit, die sie über die Landesgrenzen
von Sachsen-Anhalt hinaus bedeutsam macht. In ihr finden in
eindrucksvoller Weise bürgerliche Selbständigkeit,
Wohlhabenheit, Sinn für Schönheit, standesgemäße
Repräsentation, aber auch lebendige Gläubigkeit ihren
Ausdruck. Die zahlreichen Epitaphien (Totengedenktafeln), Totenschilder,
Wappen und noch erhaltenen Familienstühle erinnern an die
einst einflussreichen Familien der Stadt. Besondere Verdienste
um die Ausgestaltung der Kirche erwarb sich die Familie von
Esebeck. |
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Ein prächtiger Hochaltar
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Großartig ist der Chorraum gestaltet.
Im Blickpunkt steht der prächtige Hochaltar. Er ist 1665
fertiggestellt und später noch einmal überarbeitet
worden. In seiner klaren Gliederung zeigt er in den einzelnen
Stockwerken wichtige Personen und Ereignisse der Heilsgeschichte:
ganz links den gehörnten Moses mit den Gesetzesstafeln,
rechts außen den Namenspatron unserer Kirche, Johannes
den Täufer. Er wird dargestellt, mit dem ausgestreckten
Zeigefinger auf Jesus Christus weisend, als dessen Vorläufer
und Wegbereiter er sich verstand.
Im Mittelpunkt befindet sich der gekreuzigte
Jesus mit seiner Mutter Maria zur Linken und dem Johannes-Jünger
zur Rechten. Zu beiden Seiten stehen Engel, von denen der
eine Säule - eigentlich müßte man sagen, einen
Marterphahl - und der andere eine Leiter, die zur Kreuzabnahme
benötigt wurde, in den Händen hält. Darüber
zeigt ein Auferstehungsbild Jesus als Sieger über den
Tod und alle Macht und Gewalt der Menschen.
Über dem Auferstehungsbildnis befindet
sich das klassische Stadtwappen von Groß Salze und das
prächtige Wappen des Erzbischofs von Magdeburg.
Der Siegesengel ganz oben zeugt vom Sieg des
Glaubens über die widergöttlichen Mächte der
Welt. Der Altar wurde von den Bildhauern Giegaß aus
Magdeburg, Schorigus aus Braunschweig und dem Wittenberger
Kunstmaler Schröder geschaffen.
Eine Rarität für eine evangelische
Kirche sind die beiden Beichtstühle beidseits des Altars.
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| Reich gestaltete Barockkanzel |
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1680 erfolgte der Einbau der Gestühle des
adligen Magistrats - auch Ratsherrenstuhl genannt - und der
adligen Pfännerschaft. Die Sprüche an den Stühlen
weisen auf Amt und Würden hin. Ein sehenswertes Schnitzwerk
stellt auch die Chorschranke dar. (1682 von Tobias Wilhelmi)
Zu den größten Kostbarkeiten der
Kirche gehört ebenfalls die reich gestaltete Barockkanzel
aus dem Jahr 1678, gearbeitet von dem Hallenser Bildhauer
Maximilian Dreißigmargk. Sie ruht auf einem vergoldeten
Palmenbaum, der wohl den Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen im Paradies darstellen soll.
Am Aufgang und Kanzelkorb befinden sich reliefartige
Darstellungen aus dem Leben Jesu. Dazwischen stehen Apostelfiguren,
dargestellt als Märtyrer der Kirche. Der Schalldeckel
ist eindrucksvoll als Himmelswolke gestaltet. Posaunenengel
und Taube als Symbol des Heiligen Geistes laden ein zu einem
Leben in himmlischer Freude.
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Ihr Besuch in unserer spätgotischen Hallenkirche
mit der sehr schönen, sehenswerten barocken Innenausstattung
würde uns sehr freuen.
Seien Sie herzlich willkommen.
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